Am 23. Juni 2026 wurde an der Autonomen Universität Tomás Frías UATF in Potosí eine Erklärung zur Hochschulkooperation (Memorandum of Understanding, MoU) mit der TUBAF unterzeichnet. Die bolivianische Universität in der mit 4000m höchstgelegenen Stadt der Welt, verdankt ihre Gründung wie die TU Bergakademie Freiberg den Silbererzvorkommen, hier am Berg "Cerro Rico". Wichtige Themen der Zusammenarbeit zwischen den Partnern sind die geologische Erkundung der erzreichen Region, Nachhaltigkeit beim Rohstoffabbau und der Aufbereitung, die Wertstoffgewinnung, Umweltschutz, insbesondere zum Thema Wasser, und erneuerbare Energiequellen. Im Fokus stehen für Europa strategischen Metalle Lithium und die Gruppe der Seltenen Erden.
Die Zusammenarbeit der beiden Universitäten hat eine lange Tradition. Im Jahr 1962 wurden bolivianische Studierende nach Freiberg delegiert und 1965 ein erster Freundschaftsvertrag mit der UATF unterzeichnet. Hintergrund war u.a. die Präsenz deutscher Unternehmer, die den Bergbau in Bolivien modernisiert hatten. In der Phase bis 1990 wurde ca. 45 Studierende, Promovierende und Postdoktoranden in Freiberg ausgebildet. Nach einer Neuaufnahme der Kontakte um das Jahr 2000 über ein Weiterbildungsprojekt der EU, wurden in den Jahren 2008 bis 2012 gemeinsame Arbeiten zur Erschließung der Lithiumvorkommen im Salar de Uyuni durchgeführt, die mit einer Pilotanlage endete.
„Die Technischen Universität Bergakademie Freiberg genießt bei uns hohes Ansehen und ist als Partnerin für die Weiterentwicklung der Ausbildung und Wissenschaft an der UATF von strategischer Bedeutung“ schätzt der Rektor der UATF, David Soraide Lozano, die Bedeutung der Unterzeichnung des MoU ein. Für die TUBAF nahm Professor Carsten Drebenstedt die Unterzeichnung vor. Er betonte, dass Bolivien als rohstoffreiches Land gut ausgebildete Fachkräfte benötigt, um die Prozesse entlang der Wertschöpfungskette effektiv, sicher, sozial und umweltverträglich durchführen zu können. „Die TU Bergakademie Freiberg ist als international ausgerichtete Universität gern bereit, die Autonome Universität Tomás Fráas in Potosí bei ihrer Weiterentwicklung, z.B. durch Ausbildung in Master- und Promotionsprogrammen zu unterstützen. Umgekehrt bietet die UATF interessante Felder der Zusammenarbeit, wie sich am Projekt der Lithiumgewinnung im Salar da Uyuni gezeigt hat“. Professor Drebenstedt nutzt die Gelegenheit, um sich über den aktuellen Stand der Ausbildung, Infrastruktur und wissenschaftlichen Arbeiten zu informieren. Am 25.06 2026 hielt er einen Gastvortrag zu den Zukunftsthemen im Rohstoff- und Energiesektor.