Praxisorientiert und interdisziplinär: Wer an der TU Bergakademie Freiberg Chemie oder Angewandte Naturwissenschaft studiert, lernt nicht nur naturwissenschaftliche Grundlagen. Seit 70 beziehungsweise 30 Jahren geht es in den beiden Studienrichtungen auch darum, daraus wissenschaftliche Innovationen, neue Technologien und industrielle Verfahren zu entwickeln.

„Ausgehend von einem breiten Grundlagenverständnis werden bei uns in Freiberg Fragestellungen dort bearbeitet, wo klassische Fachgrenzen zunehmend verschwimmen, etwa bei den gesellschaftlich hochaktuellen Themen Rohstoffe, Energie und Umwelt oder in den interdisziplinären Zukunftsfeldern Halbleitertechnik sowie Struktur- und Funktionsmaterialien“, sagt der Dekan der Fakultät für Chemie, Physik und Biowissenschaften, Professor Gero Frisch. „Dafür stehen unsere Studiengänge Chemie und Angewandte Naturwissenschaft in besonderer Weise.“

Am 19. September 2026 kamen rund 300 Absolventinnen und Absolventen der Fakultät in Freiberg zusammen, um insgesamt 100 Jahre Chemie und Angewandte Naturwissenschaft zu feiern. Nach der Begrüßung durch Rektorin Professorin Jutta Emes, in der sie die fruchtbare Symbiose zwischen Natur- und Ingenieurwissenschaften an der TU Bergakademie Freiberg betonte, berichtete der Freiberger Absolvent Professor Jörg Acker von seiner aktuellen Forschung zum Batterierecycling an der BTU Cottbus-Senftenberg. Nach einem spannenden Auftritt der studentischen Schauvorlesungsgruppe gab es Gelegenheit zu Laborbesichtigungen, bevor beim Gesellschaftsabend im Tivoli bis spät in die Nacht alte Erinnerungen ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft wurden.


Studierende lernen, Wertstoffe aus komplexen Stoffgemischen für eine kreislauforientierte Industrie wiederzugewinnen und daraus innovative Hightech-Materialien herzustellen.

Eine echte Freiberger Innovation: 30 Jahre Angewandte Naturwissenschaft

„Der Studiengang Angewandte Naturwissenschaft war schon vor 30 Jahren seiner Zeit weit voraus und hat sich seither zu unserem Vorzeigeprojekt für interdisziplinäres Lernen entwickelt. Studierende denken und arbeiten ohne die Scheuklappen enger Fächergrenzen an der Schnittstelle von Chemie, Physik und Biotechnologie“, sagt Studiendekanin Professorin Sabrina Hedrich. 

Die ersten Studierenden begannen ihr Studium im Wintersemester 1996/97. Im Zentrum stehen seither die Physik von Halbleitermaterialien und -bauelementen sowie die Biotechnologie für Umwelt- und Rohstoffanwendungen.

„Die Studierenden erleben, wie sich aus einem fundierten naturwissenschaftlichen Verständnis heraus neue Ideen und Konzepte entwickeln lassen, um nachhaltige Technologien für Umweltschutz und Energieversorgung sowie für die Rohstoff- und Halbleiterindustrie von morgen zu schaffen. Weil moderne Materialien immer komplexer werden, beschäftigen wir uns aktuell besonders damit, wie diese ressourcenschonend hergestellt und recycelt werden können“, ergänzt Hedrich. Studierende lernen, Wertstoffe aus komplexen Stoffgemischen für eine kreislauforientierte Industrie wiederzugewinnen und daraus innovative Hightech-Materialien herzustellen. Sie bereiten sich darauf vor, moderne Lösungen für die Herausforderungen im Umweltschutz, der Energieversorgung und der Rohstoffsicherung zu erforschen.